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Pressemitteilungen 2010



erstellt am: 14.06.2010

Europaparlament: Ampel auf Grün schalten!

Bündnis aus Verbraucher- und Gesundheitsorganisationen fordert verständliche Nährwertkennzeichnung

14. Juni 2010

Ein breites Bündnis von Verbraucher- und Gesundheitsorganisationen fordert die Ampel. Und zwar für die Kennzeichnung von Lebensmitteln. Am Mittwoch (16. Juni) entscheidet das Europaparlament in erster Lesung über die sogenannte Lebensmittelinformationsverordnung. Bereits im Februar hatte das Bündnis in einem Schreiben an alle EU Parlamentarier appelliert, für die Ampelkennzeichnung als leicht verständliche Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Lebensmitteln zu votieren. Im März gab es eine hauchdünne Entscheidung im zuständigen Umweltausschuss. Mit 30:30 Stimmen bei zwei Enthaltungen wurde der Änderungsantrag zugunsten der Ampel nicht angenommen. Das Bündnis hofft nun auf das Plenum.

Zu den Bündnispartnern gehören der Verbraucherzentrale Bundesverband, der GKV-Spitzenverband, die AOK, die Bundesärztekammer, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die Deutsche Herzstiftung, die Deutsche Adipositas-Gesellschaft sowie die Gesamtorganisation diabetesDE.

Jeder zweite Erwachsene übergewichtig oder adipös
Laut Nationaler Verzehrsstudie (2008) sind mehr als die Hälfte der erwachsenen Deutschen übergewichtig oder adipös. Bei den Frauen ist es jede zweite, bei den Männern sogar zwei von drei. Zudem gibt es 1,9 Millionen übergewichtige Kinder und Jugendliche in Deutschland (KIGGS-Studie, 2007). Angesichts dieser Zahlen und der durch Fehlernährung mitverursachten Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und vorzeitigem Gelenkverschleiß halten es die Organisationen für dringend notwendig, dass Verbraucher eine klare und auf einen Blick verständliche Orientierung über die Zusammensetzung von Lebensmitteln erhalten. Sie fordern daher ergänzend zu einer ausführlichen Nährwerttabelle auf der Rückseite eine europaweit verpflichtende Ampelkennzeichnung für die Nährstoffe Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz auf der Vorderseite der Lebensmittelverpackung.

95 Prozent verstehen die Ampel
Das von der Lebensmittelwirtschaft präferierte sogenannte GDA-Modell, bei dem für Energie, Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz der Anteil einer Portion am Tagesbedarf dargestellt wird, lehnen die Verbraucher- und Gesundheitsverbände ab, da es laut wissenschaftlichen Untersuchungen schwer verständlich ist. So hatte die Fachhochschule Münster im direkten Vergleich zwischen Nährwertampel und GDA-Kennzeichnung herausgefunden, dass mit der GDA-Kennzeichnung weniger als die Hälfte der Verbraucher erkennen konnten, in welchem von zwei vergleichbaren Lebensmitteln weniger Zucker enthalten war. Mit der Ampelkennzeichnung konnten dies hingegen 95 Prozent der Befragten identifizieren. Außerdem gaben drei Viertel der Befragten an, dass sie die Ampel bei Kaufentscheidungen für hilfreicher und verständlicher halten und diese im Vergleich zur GDA-Kennzeichnung bevorzugen würden.

Zitate der Organisationen (in alphabetischer Reihenfolge)

AOK-Bundesverband: "Europa sollte grünes Licht geben für die Lebensmittel-Ampel. Mit der Ampel kann man unkompliziert gesünder einkaufen und braucht dazu weder eine Leselupe noch ein "‘Lebensmittel-Abitur‘ ". (Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender)


Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands: "Mangelnde und unverständliche Nährwertkennzeichnungen sind mit Schuld an ernährungsbedingten Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes." (Dr. med. Wolfram Hartmann, Präsident)


Bundesärztekammer: "Sehr viele Menschen ernähren sich ungesund, weil sie gar nicht darüber informiert sind, wie hoch der Nährwert mancher Produkte ist. Eine klar verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln würde helfen, ein Produkt als ‚gesund' oder ‚ungesund' einzuordnen, um es besser mit anderen Produkten zu vergleichen. Die Ampelkennzeichnung kann dazu eine entscheidende Hilfestellung geben." (Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident)


Deutsche Herzstiftung e.V.: "Die Ampelkennzeichnung hilft, Lebensmittel gesundheitsbewusster auszuwählen, ungesunder Ernährung und Übergewicht entgegenzuwirken und damit sehr wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf- und andere Krankheiten zu reduzieren. Es geht dabei nicht darum, bestimmte Lebensmittel zu erlauben oder zu verbieten. Vielmehr soll eine nutzerfreundliche Kennzeichnung die Verbraucher dazu motivieren, über ihre Ernährung nachzudenken und Lebensmittelherstellern einen Anreiz geben, die Zusammenstellung ihrer Produkte zu verbessern. Wir fordern die Ampel-Methode auch, weil sie von vielen Kindern verstanden wird - denn Übergewicht erhöht bereits in jungen Jahren das Risiko für eine gefäßschädigende Arteriosklerose." (Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Becker, Vorstandsvorsitzender)


Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG): "Um den zunehmenden ernährungsmitbedingten Erkrankungen bei steigendem Kostendruck im Gesundheitswesen zu begegnen, will die Politik die Eigenverantwortung der Bürger für ihre Gesundheit stärken. Daher sollte sie Ihnen auch Hilfen an die Hand geben, die es ihnen ermöglichen, in einer Übergewicht fördernden Umwelt gesundheitsbewusstere Kaufentscheidungen zu treffen. Aktuelle Umfragen haben gezeigt, dass Ampel-Kennzeichnungssysteme für die Mehrheit der Verbraucher am verständlichsten sind. Es macht deshalb keinen Sinn, den Verbrauchern die visuellen Informationen vorzuenthalten, die sie nachgewiesen als zusätzliche Entscheidungshilfe wahrnehmen. Wir fordern Transparenz der Information für den einfachen Bürger, der mit der von der Nahrungsmittelindustrie favorisierten Regelung in abstrakten Zahlen überfordert ist." (Prof. Dr. med. Hans Hauner, Präsident)


diabetesDE: "Menschen mit Diabetes müssen ohne Umschweife erkennen können, welche Nährwerte in verpackten Lebensmitteln stecken. Sie sollten zum Beispiel wissen, wie viele Kohlenhydrate in ihrer Nahrung enthalten sind, um ihren Blutzuckerspiegel einschätzen oder ihre Insulineinheiten berechnen zu können. Auch wenn die Ampel keine Kohlenhydrate ausweist, ist sie dennoch hilfreich bei der Kaufentscheidung. Viele Menschen wissen gar nicht, wie viel Zucker oder Fette sie zu sich nehmen und werden durch falsche Nährstoffzufuhr erst Kandidaten für einen Typ 2 Diabetes." (Prof. Dr. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender)


GKV-Spitzenverband: "Einfach und eindeutig sollten Lebensmittel künftig gekennzeichnet sein, damit sich Verbraucher ganz bewusst für oder gegen ein Produkt entscheiden können. Uns ist wichtig, dass auf einen Blick zu sehen ist, wie viel Zucker, Salz und Fett in einem Sahnepudding oder einem Naturjoghurt enthalten sind. Die Lebensmittelampel ist ein sinnvoller Schritt auf dem Weg zur gesunden Ernährung."(Gernot Kiefer, Vorstand)


Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv): "Wir brauchen eine europaweit verbindliche Nährwertkennzeichnung, die auf einen Blick und ohne Taschenrechner sichtbar macht, welches Produkt wie viel Zucker, Fett oder Salz enthält. Nach einer so knappen Entscheidung im zuständigen Ausschuss appelliere ich nun an alle EU-Abgeordneten, für die Ampelkennzeichnung zu stimmen." (Gerd Billen, Vorstand)



Weitere Informationen:
www.vzbv.de/go/presse/1328/index.html?ref_presseinfo=true


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