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Mitteilungen 2010



erstellt am: 09.04.2010

Teilerfolg im Streit um die Nährwertkennzeichnung

08. April 2010

Mitte April entschied der zuständige Ausschuss im Europäischen Parlament, dass es in den Mitglied-staaten der EU zukünftig nur eine national freiwillige, aber keine verpflichtende, farbige Lebensmittel-kennzeichnung geben wird. Die Entscheidung gegen die Ampel war denkbar knapp ausgefallen: nur mit zwei Stimmen Mehrheit in der Abstimmung und einem Patt bei den entsprechenden Anträgen. Die Entscheidung des Ausschusses ist zunächst vorläufig: erst im Mai werden das Plenum in Strassburg und die 27 EU Mitgliedsländer eine endgültige Haltung in dieser Frage festlegen.
Ende Februar hatte die DAG, zusammen mit anderen Bündnispartnern, einen Brief an die deutschen EU-Abgeordneten gerichtet mit der Bitte, für eine europaweite verpflichtende Ampelkennzeichnung zu votieren (Pressemitteilung der DAG vom 23.02.10).
Dennoch können jetzt wichtige Teilerfolge verzeichnet werden: Auf der Vorderseite jeder Verpackung soll der Brennwert pro 100g besonders hervorgehoben werden. Der Brennwert sowie der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß, Ballaststoffe, Salz und Transfettsäuren (natürliche/künstliche) müssen pro 100 g angegeben sein, eine Angabe pro Portion ist nur zusätzlich möglich. Auf nationaler Ebene kann es besondere Kennzeichnungsregeln geben – also auch die Ampel und die von der Industrie favorisierte GDA-Kennzeichnung (letztere mit dem Hinweis, dass sich der Bezugswert auf den Tagesbedarf einer Frau bezieht und individuelle Bedarfe daher abweichen können). Im Sinne des Bündnisses kann es nicht sein, dass alkoholische Getränke von der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung ausgenommen sein werden.
Mit der vorläufigen Entscheidung zur Nährwertkennzeichnung haben die Abgeordneten der Lebensmittelindustrie eine deutlich höhere Informationspflicht zugunsten der Verständlichkeit für den Verbraucher auferlegt. Damit hat sich der Einsatz der DAG bereits gelohnt!


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