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erstellt am: 19.08.2008

DMP-Modul Adipositas auf gutem Weg: IQWiG veröffentlicht vorläufige Leitlinienbewertung

12. August 2008

Am 31. Juli 2008 hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) einen Vorbericht für die Erstellung eines DMP-Moduls Adipositas veröffentlicht. Es handelt sich um eine „vorläufige Leitlinienbewertung als Ergebnis einer systematischen Leitlinienrecherche und –bewertung sowie Extraktion relevanter Inhalte zu Adipositas“. Die Zielpopulation sind erwachsene Adipöse, die an den bestehenden DMP teilnehmen. Der Vorbericht ermöglicht einen Überblick über den derzeitigen Standard der Versorgung adipöser Erwachsener für die Entwicklung eines DMP-Moduls Adipositas.

Nach systematischer Recherche in Leitliniendatenbanken und Primär- und Nachrecherchen in Bibliographischen Datenbanken identifizierten die Kölner Wissenschaftler unter Beteiligung externer Sachverständiger insgesamt 102 potentiell relevante Leitlinien. Von diesen erfüllten im methodischen Screening nur 10 Leitlinien die geforderten Ein- und Ausschlusskriterien und wurden anschließend inhaltlich nach der Güte der berücksichtigten Studien ausgewertet. Von den relevanten Leitlinien stammen nur vier aus dem europäischen Raum (darunter die DAG-Leitlinien, die NICE-Leitlinien aus Großbritannien sowie zwei europäische Leitlinien zur operativen Therapie); vier Leitlinien stammen aus den USA, eine aus Kanada und eine aus Australien. Damit bescheinigt das IQWiG der DAG-Leitlinienkommission unter Federführung von Herrn Prof. Hauner eine hochwertige konzeptionelle und methodische Vorgehensweise.

Das Kölner Institut weist darauf hin, dass die Sachverständigen im Vorbericht keine eigene Prüfung der Evidenz vorgenommen haben. Ziel der Untersuchung sei es nicht, Empfehlungen im Sinne einer Nutzenbewertung abzugeben; Extraktion, Synthese und Auflistung der Empfehlungen in den eingeschlossenen Leitlinien seien vielmehr als Zitate zu verstehen.

Der Vorbericht kommt zu dem generellen Ergebnis, dass relevante Empfehlungen vor allem für die Versorgungsbereiche Ernährungs-, Bewegungs-, Verhaltens- und Pharmakotherapie sowie für die Operative Therapie vorliegen. Im Gegensatz dazu gäbe es kaum evidenzbasierte Empfehlungen für die Versorgungsaspekte Diagnostik, Monitoring, Langfristige Gewichtsstabilisierung sowie Versorgungskoordination und Qualitätsindikatoren.

Hintergrund:
Die DAG hat bereits maßgeblich zur Entwicklung des DMP-Moduls Adipositas beigetragen. Im Februar 2005 entsprach der Vorstand der DAG unter Leitung von Prof. Wirth einer Aufforderung des G-BA, Vorschläge für neue DMP einzureichen und stellte einen Antrag für ein „DMP Adipositas“. Mit Beschluss vom 16. Mai 2006 gab der G-BA bekannt, dass die „chronische Krankheit“ Adipositas ausgewählt worden sei und in Form einer modularen Weiterentwicklung in bestehende DMP integriert werden solle. Obwohl der DAG-Antrag ursprünglich auf ein eigenes strukturiertes Behandlungsprogramm „Adipositas“ abzielte, wertete die DAG diesen Entscheid bereits als großen Erfolg, da unter zahlreichen Anträgen außer der Adipositas nur noch die Herzinsuffizienz für die Erstellung eines neuen DMP-Moduls berücksichtigt worden war. Der modulare Ansatz trage der Empfehlung eines Unterausschusses des G-BA Rechnung, in der Ausgestaltung von DMP zukünftig verstärkt Multi- und Komorbiditäten zu berücksichtigen sowie zur Verschlankung und Entbürokratisierung von Prozessabläufen innerhalb der DMP beizutragen, so der GBA zur Begründung. Mit Beschluss vom 19. Dezember 2006 beauftragte der GBA das IQWiG, aktuelle und auf das deutsche Gesundheitssystem übertragbare Leitlinien systematisch zu identifizieren, anhand methodischer Kriterien auszuwählen und zu bewerten sowie eine Extraktion und Gegenüberstellung der relevanten und nicht relevanten Inhalte vorzunehmen, um daraus Empfehlungen für das DMP-Modul Adipositas abzuleiten und ggfs. im Rahmen eines Folgeauftrages weiterführende Literaturrecherchen vorzunehmen. Einen Berichtsplan zum Vorhaben, in dem auch maßgebliche Empfehlungen der DAG (Prof. Hamann) Berücksichtigung fanden, veröffentlichte das IQWiG im Februar 2008.

Bis zum 28. August 2008 können interessierte Personen und Institutionen zu diesem Vorbericht schriftlich Stellung nehmen (Einzelheiten s. Link). Diese Stellungnahmen werden in die Überarbeitung des Berichts eingehen, bevor er als Abschlussbericht an den Auftraggeber G-BA weitergeleitet wird.
Aus Sicht des Vorstands ergibt sich derzeit kein weiterer Handlungsbedarf. Von einigen kleineren Punkten abgesehen, entspreche die Bewertung des IQWiG durchaus den DAG-Leitlinien, so Prof. Hauner.

Den Originalbericht und weitere Informationen finden Sie unter:



Weitere Informationen:
www.iqwig.de/index.616.html


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