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erstellt am: 10.10.2017

Gemeinsame Pressemitteilung von DAG, CAADIP und World Obesity

Welt-Adipositas-Tag 2017:
Jetzt Adipositas behandeln und vorbeugen erspart teure Folgekosten!

München/Berlin, den 11. Oktober 2017 Zum Welt-Adipositas-Tag 2017 appellieren die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und die Arbeitsgemeinschaft Adipositaschirurgie (CAADIP) der Deutschen Gesellschaft für Adipositas- und Viszeralchirurgie (DGAV) an die Gesundheitspolitik, die Volkskrankheit Adipositas endlich als chronische Krankheit ernst zu nehmen, den Betroffenen unverzüglich Zugang zu kassenfinanzierten Behandlungs-möglichkeiten zu gewähren und effektivere Präventionsmaßnahmen zu implementieren. Mehr Investition in die Bekämpfung der Adipositas sei in Deutschland gut angelegt, rechnet die Internationale Welt-Adipositas-Föderation „World Obesity“ vor: sie schätzt die jährlichen Kosten durch Adipositas in Deutschland für das Jahr 2025 auf mehr als 50 Mrd. US$ und die bis dahin anfallenden Kosten der Adipositas auf insgesamt 390 Mrd. US$. Durch eine Investition von knapp 9 Mrd. US$ Behandlungskosten heute könnte die Adipositasprävalenz bis 2025 um 5 Prozent gesenkt werden, was die kumulativen Kosten deutlich senken würde1. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft verweist zur Eindämmung der Übergewichts-Pandemie außerdem auf die bislang von der deutschen Politik nicht genutzten, sehr kosteneffizienten Primär-präventionsstrategien auf Bevölkerungsebene, wie sie von der WHO heute dringend empfohlen werden2

„Schweres Übergewicht belastet den ganzen Menschen. Adipositas erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der Todesursache Nr. 1 in Deutschland, das Risiko für Diabetes Typ 2 ist um das 6- bis 12-Fache erhöht, rund 20 Prozent der Krebserkrankungen werden auf Adipositas zurückgeführt, Adipositas senkt die Lebenserwartung je nach Schweregrad um 2-10 Jahre. Hinzu kommen psychosozialen Belastungen; häufige Begleiterkrankungen sind Depressionen und Angststörungen; als indirekte Kosten kommen krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit, vorzeitigen Berentungen und Produktionsverluste hinzu – um nur einige Kostenfaktoren zu nennen.“, erläutert Prof. Dr. med. Matthias Blüher, Präsident der DAG. „Unser primäres Ziel in der Adipositastherapie ist die Verbesserung des Gesundheitszustandes – und nicht allein die Reduktion des Gewichts. Wir könnten zahlreiche Folgeschäden verhindern, wenn wir die Adipositas als Ursache zahlreicher Erkrankungen effektiver behandeln könnten bzw. dürften. Bereits ein moderater Gewichtsverlust von 5-10 Prozent vom Ausgangsgewicht verbessert den Gesundheitszustand entscheidend und wirkt deshalb auch deutlich kostendämpfend.“, so der Leipziger Adipositasexperte.

„Die Entscheidung, ob ein Patient therapiert wird oder nicht, ist uns Behandlern aber aus der Hand genommen worden. Das wird heute am „grünen Tisch“ des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen im Einzelfall entschieden. Dieser Zustand ist unhaltbar. Die Entscheidung muss zurückgeführt werden an den behandelnden Arzt und es müssen flächendeckend kassenfinanzierte konservative und chirurgische Therapieangebote für die Betroffenen verfügbar sein.“, dafür plädiert Prof. Dr. med. Dieter Birk, Adipositaschirurg aus Bietigheim-Bissingen und Vorsitzender der CAADIP.

Weltweit stellt sich das grassierende Übergewicht als eine der am meisten unterschätzten, menschengemachten Bedrohungen und gesellschaftlichen Belastungen („social burden“) dar: bereits 2014 hatte der Bericht des McKinsey-Instituts die Adipositas an dritter Stelle nach dem Rauchen und bewaffneten Konflikten genannt4. Mitte September 2017 hatte die Global Burden of Disease Study5 anhand neuer Daten belegt, dass ein hoher Body Mass Index (BMI) der am schnellsten wachsende Risikofaktor für Krankheiten und vorzeitige Todesfälle weltweit ist.

Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, kostet die Adipositas das deutsche Gemeinwesen jährlich heute bereits rund 63 Mrd. Euro: knapp 30 Mrd. Euro direkte Kosten und knapp 34 Mrd. Euro indirekte Kosten – zu dieser Schätzung in ähnlicher Höhe wie die von World Obesity 2017 veröffentlichten Schätzungen kam bereits 2015 der Hamburger Gesundheitsökonom Prof. Dr. Tobias Effertz3.

Zur Eindämmung der Adipositas-Pandemie und zur Unterstützung der Menschen mit Adipositas fordern DAG, CAADIP und World Obesity:

  1. Aufnahme der Adipositastherapie in den Leistungskatalog der Krankenkassen!
  2. Frühe Adipositasbehandlung ermöglichen, sie verbessert den Behandlungserfolg!
  3. Implementation effektiver Primärpräventionsstrategien zur Reduktion der Behandlungsnotwendigkeit der Adipositas!
Quellen:
  1. http://www.obesityday.worldobesity.org/world-obesity-day-2017; Schätzung für Deutschland liegt der DAG vor und ist auf Wunsch verfügbar.
  2. Deutsche Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten (DANK): Prävention Nichtübertragbarer Krankheiten – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“
    http://www.dank-allianz.de/files/content/dokumente/DANK-Grundsatzpapier_ES.pdf
  3. Effertz, Tobias: „Die volkswirtschaftlichen Kosten gefährlichen Konsums“
    Ökonomische Analyse des Rechts, Schriftenreihe Law and Economics, Band 15, Verlag Peter Lang, Frankfurt (2015), S. 316
  4. The McKinsey Global Institute (MGI): “Overcoming obesity: An Initial Economic Analysis. Discussion Paper” (Nov. 2014)
  5. The GBD Obesity Collaborators: Health effects of overweight and obesity in 195 countries over 25 years.
    http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1614362#t=article

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