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erstellt am: 11.10.2009

Trauer um Professor Volker Pudel

Nach langer schwerer Krankheit ist Prof. Dr. Volker Pudel am 7. Oktober 2009 im Alter von 65 Jahren in Göttingen verstorben.

Professor Pudel war von 1978 bis 2007 Leiter der Ernährungspsychologischen Forschungsstelle der Universität Göttingen, einer Forschungseinrichtung, die in dieser Art einmalig in der Deutschen Hochschullandschaft war. Er war über lange Jahre aktives Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, Tagungspräsident der 10. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft am 6. – 8. Oktober 1994 in Göttingen und wurde bei der Jahrestagung 2003 in Salzburg mit dem Therapiepreis der Deutschen Adipositas-Gesellschaft für seine Verdienste um die Therapie der Adipositas ausgezeichnet.

Professor Pudel war Pionier, Wegbereiter und bedeutendster Vertreter der Ernährungspsychologie in Deutschland. Nach dem Studium der Psychologie an der Universität Göttingen begann er seine wissenschaftlichen Arbeiten in den 1970iger Jahren mit experimental-psychologischen Arbeiten zur Entstehung der Adipositas. Hierdurch war er maßgeblich an der Entwicklung neuer wissenschaftlicher Konzepte beteiligt. Das Konzept der Außenreizabhängigkeit, das in einer Reihe von außerordentlich innovativen und originellen experimentelle Studien demonstriert werden konnte, beschreibt, dass das Essverhalten von Übergewichtigen im Vergleich zu Normalgewichtigen stärker von äußeren Umgebungsreizen gesteuert wird als durch die Wahrnehmung von Hunger und Sättigung. Später konnte er zeigen, dass nicht nur Übergewichtige und Adipöse, sondern auch Normalgewichtige, die versuchen ihre Nahrungsaufnahme einzuschränken, dieselben Störungen in der Appetit- und Sättigungsregulation entwickeln. Mit Beginn der 1980iger Jahre rückte vor diesem Hintergrund die Entstehung und Behandlung von Essstörungen wie Bulimia nervosa in den Focus seiner wissenschaftlichen Arbeit. Durch seine Arbeit hat Professor Pudel die Forschungsfelder Adipositas und Essstörungen in einer Weise theoretisch und empirisch verknüpft, die bis heute wegweisend geblieben ist. Er hat sich jedoch nicht nur mit dem Essverhalten von klinischen Gruppen beschäftigt, sondern er hat in einer Studie 1980 als erster die Prävalenz von Übergewicht, sowie das Essverhalten und die Einstellungen der Bevölkerung zur Ernährung in Deutschland untersucht.

Ein besonderes Anliegen war es für Professor Pudel stets, dass seine Arbeiten nicht nur im Elfenbeinturm der Wissenschaften zur Kenntnis genommen werden, sondern in verständliche und praktisch nutzbare Botschaften für große Kreise der Bevölkerung umgesetzt werden. So hat er früh moderne Technologien wie den Einsatz von Computern und Medien genutzt, um individualisierte Ernährungsinformation in der Ernährungsberatung einzusetzen. Mit der Vier-Jahreszeiten-Kur entwickelte er ein computer-gestütztes und breitenwirksames Programm, um weit über 250.000 Menschen bei ihrem Gewichtsmanagement zu unterstützen. Mit der Pfundskur hat er ein multimediales Präventionskonzept entwickelt, mit dem es ihm gelungen ist, viele Akteure einzubinden und zentrale Themen wie fettarme Ernährung für weite Bevölkerungskreise interessant zu machen und ihnen nahe zu bringen.

Mit Professor Pudel haben wir einen liebenswerten, engagierten und herausragenden Kollegen in der Adipositasforschung verloren.

Im Namen des Vorstands der Deutschen Adipositas-Gesellschaft

Prof. Dr. Joachim Westenhöfer
Prof. Dr. Manfred J. Müller



Weitere Informationen:
www.med.uni-goettingen.de/presseinformationen/presseinformationen_11697.asp


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