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Pressemitteilungen 2013



erstellt am: 18.03.2013

Adipositas-Gesellschaft kritisiert Bündnis für Verbraucherbildung
McBildung verschärft Konflikte und Diskriminierung Übergewichtiger


München, den 18. März 2013 Mit dem vor einer Woche gegründeten Bündnis für Verbraucherbildung wollen Ernährungsministerium, Verbraucherverbände sowie Unternehmen der Ernährungswirtschaft und des –handels helfen, Kinder und Jugendliche an Schulen zu kompetenten Verbrauchern heranzubilden. Im Hinblick auf die grassierende Übergewichtsproblematik in Deutschland wird das politisch halbherzige Konzept aber kaum positive Wirkung zeigen – im Gegenteil werden sich für Betroffene innerfamiliäre Konflikte zuspitzen und Diskriminierungen weiter zunehmen, so die Prognose von Prof. Dr. med. Martin Wabitsch, Präsident der DAG.

„Gutgemeinte Projekte zur Ernährungsbildung an Schulen und in Kommunen gibt es bereits in Hülle und Fülle. Verbraucherbildung ist ein löbliches, aber einseitiges Vorgehen, das im Bereich des Ess- und Trinkverhaltens alleine nicht verhaltenswirksam wird“, so Wissenschaftler Wabitsch. „Solche Projekte bleiben wirkungslos, wenn unsere Kinder weiter mit einem Überangebot von zuckerhaltigen und energiedichten Lebensmitteln und Getränken aufwachsen, die ihnen systematisch, an allen Orten und ständig angeboten und noch dazu heftig beworben werden.“
Wenn Kinder und Jugendliche gleichzeitig fortgesetzt darüber informiert und belehrt würden, wie eine gesunde Ernährungsweise aussehen sollte, führe dies zu einem erheblichen Konflikt bei den Betroffenen und ihren Familien, der durch den Einzelnen nicht lösbar sei.
„Bei einem ständigen Überangebot preiswerter dickmachender Lebensmittel befördern verstärkte Verbraucherbildungsmaßnahmen die Diskriminierung von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen, die dann als willensschwach oder als Versager dastehen.“, warnt der Kinder- und Jugendarzt.

Adipositasexperten wissen heute weltweit, dass die Förderung eines gesunden Lebensstils zur Vermeidung von Übergewicht nur dann funktioniert, wenn die Politik das gesamtgesellschaftliche Netzwerk aus allen Faktoren, die bei der Entstehung von Übergewicht eine Rolle spielen, beachtet.1
Wabitsch weist darauf hin, dass Lebensmittelwirtschaft und –handel am wirkungsvollsten zur Problemlösung beitragen könnten, indem sie gesündere Lebensmittel herstellten und ihre geballte Lobbykraft nicht länger zur Verhinderung einer verbraucherfreundlichen Nährwertkennzeichnung einsetzten.

„Darüber hinaus darf die Politik sich nicht weiter mit Selbstverpflichtungen der Lebensmittelindustrie hinhalten lassen, etwa bei Werbeeinschränkungen für dickmachende Lebensmittel und Getränke – eine solche Art der „social responsibility“ von Unternehmen ist nicht problemlösend2. Um die Adipositasepidemie umzukehren, brauchen wir Entschlossenheit und Führung auf höchster politischer Ebene.“, appelliert Wabitsch im Vorfeld der Bundestagswahl an die Bundesregierung.

Mit Unterzeichnung der Europäischen Charta zur Bekämpfung der Adipositas3 sowie der Zustimmung zur Politischen Deklaration des UN-Gipfels4 und zum Global Monitoring Framework gegen die nichtübertragbaren Krankheiten5 ist Deutschland die Selbstverpflichtung eingegangen, politisch gezielt und strukturiert gegen das Problem der Adipositas vorzugehen.

Quellen:

  1. IASO, mod. nach Wabitsch M (2004): Netzwerk kausaler Faktoren der Adipositas

  2. Moodie R et al. (2013): Profits and pandemics: prevention of harmful effects of tobacco, alcohol, and ultra-processed food and drink industries.

  3. Europäische Charta zur Bekämpfung der Adipositas (WHO, 2006)

  4. United Nations (2011): Political declaration of the High-level Meeting of the General Assembly on the Prevention and Control of Non-communicable DiseasesPolitische Deklaration

  5. WHO (2012)


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