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Pressemitteilungen 2013



erstellt am: 17.05.2013

Adipositas-Gesellschaft zum Europäischen Adipositas-Tag am 18.05.13
Schluss mit Kinderfang durch Dickmachermarketing!

München, den 17. Mai 2013 Anlässlich des morgigen Europäischen Adipositas-Tages fordert die Deutsche Adipositas-Gesellschaft gesetzliche Einschränkungen für an Kinder gerichtetes Marketing für fett-, zucker- und salzreiche Lebensmittel und Getränke. Ein Präventionsgesetz, das zur Gesundheitsförderung vor allem auf Eigenverantwortung setze, aber eine krankmachende Umwelt ignoriere, wirke nicht effektiv und nachhaltig, so Präsident Wabitsch.

„Oft geäußerte Vorsätze der Lebensmittelindustrie zur Selbstverpflichtung im Kindermareting, z.B. im Fernsehmarketing, sind nur halbherzig umgesetzt worden. Sie dienten vor allem als Scheinmanöver, die davon ablenken sollten, dass das Marketing sich längst auf andere Kommunikationskanäle und -strategien, wie Internet, mobile Kommunikation, soziale Netzwerke, Kommunen und vorgeblich „problemlösende“ Public Private Partnerships verlagert hat. Dabei ist das an Kinder gerichtete Marketing für ungesunde Lebensmittel heute so kreativ und aggressiv wie nie zuvor und tritt sogar häufig unter dem Deckmantel der Bewegungsförderung auf, um von eigener Verantwortung der Industrie und des Handels für gesunde Produkte und verständliche Nährwertkennzeichnung abzulenken.“, kritisiert Kinder- und Jugendarzt Prof. Dr. Martin Wabitsch. „Gesetzliche Regelungen zur Eindämmung des an Kinder und Jugendliche gerichteten Marketings für ungesunde Produkte sind längst überfällig!“, fordert der Adipositasexperte.

Übergewicht und Adipositas grassieren in Europa – nach Angaben der OECD sind bereits die Hälfte der Europäer übergewichtig (1). In Deutschland sind zwei Drittel der Männer und jede zweite Frau übergewichtig, etwa jeder Vierte ist behandlungsbedürftig übergewichtig (adipös) (2). In den letzten 2o Jahren hat das Übergewicht in Deutschland weiter zugenommen, besonders bei Männern und im jungen Erwachsenenalter (2).

„Zwar zeigten Erhebungen an Einschülern 2011 einen geringen Rückgang um 1,8-3% bei übergewichtigen Einschulkindern (3), insgesamt bleibt das Problem Übergewicht aber auf einem weiter hohen Niveau: 15% der Kinder sind übergewichtig, 6% adipös (3).“, mahnt Wabitsch. Zudem liege die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas in den eigentlich kritischen Phasen - Präpubertät und Pubertät - um das Zwei- bis Dreifache höher als im Einschulalter. Darüber seien jedoch keine repräsentativen Daten verfügbar, weil spätere Schuluntersuchungen ganz gestrichen worden seien (4). Auch nicht-repräsentative Untersuchungen der Uni Leipzig im August 2011 bestätigen, dass die Prävalenz bei Jugendlichen 2000-2008 deutlich zugenommen hat (5). UNICEF verweist in seinem jüngsten Bericht 2013 zur Lage der Kinder in Industrieländern (6) auf erfolgreiche Maßnahmen gegen Kinderübergewicht in europäischen Ländern wie Belgien, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Deutschland habe diese Trendwende noch nicht geschafft, so der UNICEF-Bericht. Sport und Bewegung sowie ausgewogene Ernährung müssten einen höheren Stellenwert erhalten und Kindergärten und Schulen sollten dem gesundheitsorientierten Sportunterricht sowie gesunder Ernährung mehr Zeit einräumen, so die UNICEFEmpfehlung für Deutschland.

Der im Frühjahr 2013 verabschiedete Kabinettsentwurf für ein Präventionsgesetz berücksichtige keine politischen Strategien für verhältnispräventive Maßnahmen auf Bevölkerungsebene, wie sie heute von WHO und Vereinten Nationen empfohlen werden, um es Menschen leichter zu machen, sich gesund zu verhalten, so der Präsident. Dazu gehörten auch Einschränkungen für an Kinder gerichtetes Marketing. „Der derzeit gültige Koalitionsvertrag schließt Werbeeinschränkungen explizit aus.“, so der Präsident. Das dürfe sich nach der Bundestagswahl im Herbst nicht wiederholen. Die Verbraucher ärgerten sich zunehmend über dreiste Werbestrategien für ungesunde Lebensmittel (7).

Quellen:

  1. OECD: Übergewicht und Fettleibigkeit (2012)
  2. Robert-Koch-Institut: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1 (2012)
  3. http://www.bzga-kinderuebergewicht.de/adipo_mtp/grundlagen/situation.htm
  4. DAG-Pressemitteilung, 24.08.2011
  5. http://www.zv.uni-leipzig.de/service/presse/pressemeldungen.html?ifab_modus=detail&ifab_uid=a1324603d
  6. www.unicef.de/deutschland2013
  7. http://www.foodwatch.org/de/informieren/kinderernaehrung/aktuelle-nachrichten/capri-sonne-erhaelt-goldenen-windbeutel-2013/


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