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Pressemitteilungen 2015



erstellt am: 27.05.2015

FORSA-Umfrage zur Prävention von Übergewicht bestätigt:
Deutsche wollen die Ampelkennzeichnung und ein Werbeverbot für Kinderlebensmittel


München 27. Mai 2015 Nach einer aktuellen FORSA-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit unter 1051 Befragten ab 18 Jahren hält eine überwältigende Mehrheit (85 Prozent) eine leicht verständliche, farbige Darstellung der Gehalte gesundheitsrelevanter Nährstoffe auf der Vorderseite von Lebensmittel-verpackungen („Ampelkennzeichnung“) für eine „sehr geeignete“ Maßnahme zur Vorbeugung von Übergewicht. Eine große Mehrheit (65 Prozent)spricht sich außerdem für ein Werbeverbot von „Kinderlebensmitteln“ aus - die durch ihre Aufmachung oder bestimmte Beigaben gezielt Kinder ansprechen sollen. Dreißig Prozent sind für eine volle Besteuerung von Süßwaren. Die Befragten sind unentschieden in der Frage, ob sich die Politik um die Ernährungsgewohnheiten der Bürger kümmern sollte.

„Die Umfrage zeigt, dass die Verbraucher heute ein großes Interesse für gesunde Ernährung haben und sich vor Übergewicht schützen wollen. Als hilfreich empfinden sie einfache Entscheidungshilfen beim Einkaufen, die es leichter machen, übergewichtsfördernde von gesünderen Lebensmitteln zu unterscheiden. Sie wollen „Klartext“ auf der Vorderseite der Verpackung, am liebsten in Ampelfarben. Mit anderen Worten: Sie wollen keine Verwirrung durch etliche verschiedene Zuckernamen im Kleingedruckten auf der Rückseite von Verpackungen. Sie wollen auch nicht, dass ihre Kinder noch künstlich durch Werbetricks animiert werden, Ungesundes zu essen. Wir begrüßen daher dieses sehr klare Votum der Befragten für die Ampelkennzeichnung und Werbeverbote für übergewichtsfördernde Kinderlebensmittel“, kommentiert Prof. Dr. med. Martin Wabitsch, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG), die Forsa-Umfrage1 zu Maßnahmen der Übergewichtsvermeidung.

„Die Ergebnisse der FORSA-Umfrage1 bekräftigen noch einmal sehr deutlich, was wir bereits aus der Begleitforschung zum Web-Portal „Lebensmittelklarheit“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wissen. Hier hatten sich im letzten Jahr bereits mehr als 60 Prozent der Bürger für eine Nährwertkennzeichnung (z.B. Kalorien-, Fett- und Zuckergehalt) auf der Schauseite der Lebensmittelverpackung ausgesprochen und berichtet, sich diese Angaben beim Einkauf „immer oder häufig“ anzuschauen. 2“, bestätigt auch Prof. Dr. med. Matthias Blüher, Adipositasexperte an der Uniklinik Leipzig und Präsident elect im Vorstand der DAG.

Bereits ein knappes Drittel (30 Prozent) der Befragten spricht sich in der FORSA-Umfrage1 für eine volle Besteuerung von Süßwaren zur Vermeidung von Übergewicht aus.
„Wir sind überrascht über die bereits relativ hohe Zustimmung. Nach unserer subjektiven Wahrnehmung zeigt sich hier bereits eine gewachsene Akzeptanz für eine Zuckersteuer. Wir nehmen aber an, dass die Vorteile einer solchen Steuer noch besser erklärt werden müssen“, so Wabitsch. „In Frankreich z.B. 3 wird die Zuckersteuer bei Produzenten und Händlern angesetzt. Die können sich dann entscheiden, ob sie den höheren Preis an ihre Kunden weitergeben wollen – dann sinkt der Absatz - oder ob sie doch lieber ihre Produktrezepturen verbessern wollen - dann werden die Produkte zuckerärmer, gesünder und weniger teuer. Beides ist hilfreich für die Vermeidung von Übergewicht. Wenn die Verbraucher begreifen, dass eine Zuckersteuer so auch ein ökonomischer Anreiz für die Hersteller ist, gesündere Produkte zu produzieren, wird die Akzeptanz wahrscheinlich steigen.“, prophezeit Kinder-und Jugendarzt Wabitsch.

Praktisch unentschieden endete die Beantwortung der Frage, ob Ernährungsgewohnheiten der Bürger zu den Aufgaben der Politik zählen oder nicht.
„Auch hier hat uns überrascht, dass der Anteil der Menschen, die der Frage zustimmten, mit 49 Prozent am größten ist im Vergleich zu 43 Prozent Gegenstimmen. Politiker, die sich dafür entscheiden, das Thema gesunde Ernährung anzugehen, hätten schon mal die Hälfte der Wähler auf ihrer Seite! Das ist doch ein ermutigendes Signal an die Politik!“, fasst Wabitsch zusammen.

Die DAG setzt sich bereits seit 2007 für verhältnispräventive Maßnahmen zur Verhütung von Übergewicht ein und hat sich deshalb 2011 der Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten (DANK) angeschlossen. Die DAG trägt die vier Kernforderungen von DANK4 für eine wirksame Primärprävention mit, darunter auch ein Marketingverbot für an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung sowie Verbrauchssteuern für ungesunde Lebensmittel, wie sie auch von der WHO und der Vereinten Nationen empfohlen werden 5,6 , in Kombination mit einer Steuersenkung für empfehlenswerte Lebensmittel (z.B. Obst, Gemüse)4.

Literatur:

  1. http://www.dak.de/dak/download/Forsa-Umfrage_zur_Zuckersteuer-1616700.pdf
  2. Zühlsdorf, A., Spiller, A.:
    „Repräsentative Verbraucherbefragungen im Rahmen des Projektes `Lebensmittelklarheit 2.0´- Chartbook Begleitforschung 2014. 12.01.2015
  3. WHO Europe: Using price policies to promote healthier diets (2015)
  4. Deutsche Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten (DANK, 2014):
    Den Tsunami der chronischen Krankheiten stoppen: Vier Maßnahmen für eine wirkungsvolle und bevölkerungsweite Prävention“
    Die endgültige Publikation ist verfügbar unter:
    http://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs11553-014-0483-9.pdf
  5. Politische Deklaration des 1. UN-Gipfels gegen die Nichtübertragbaren Krankheiten 2011, Appendix 3, Zugriff 09.04.15
  6. Who Global Action Plan on Noncommunicable Diseases (2013-2020), Zugriff 09.04.15


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