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erstellt am: 12.09.2017

Kommentar zu den neuen „10 Regeln der DGE“


In den letzten Jahren gab es eine lebhafte Diskussion zur Frage nach der richtigen gesundheitsförderlichen Ernährung. Diese Diskussion wurde häufig emotional und ideologisch geführt und drehte sich oft um die Frage, wie hoch der Anteil der Makronährstoffe (Fette, Kohlenhydrate, Eiweiß) sein soll. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. als in Deutschland für Ernährungsfragen zuständige und von der Bundesregierung geförderte Einrichtung beteiligte sich an dieser Debatte, z.B. durch Erstellung evidenzbasierter Leitlinien (Fette, Kohlenhydrate), und bemühte sich stets den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu berücksichtigen und in ihren Publikationen abzubilden. Um ihrem zusätzlichen Auftrag, die Bevölkerung über eine gesundheitsförderliche Ernährung aufzuklären, nachzukommen, fasst die DGE ihre Empfehlungen dazu in den sog. „10 Regeln der DGE“ plakativ zusammen.

Auf der Grundlage neuer Entwicklungen in der Ernährungswissenschaft und aktueller Trends in der Ernährungskommunikation hat die DGE jetzt eine Aktualisierung dieser Regeln vorgenommen und kürzlich publiziert. Dabei wurden vor allem zwei Entwicklungen berücksichtigt. Während in der Vergangenheit Nährwerte in Grammmengen oder Energie% angegeben wurden, z.B. Fettanteil von 30 % der Gesamtenergieaufnahme, nennen neue Empfehlungen immer häufiger Lebens-mittelgruppen mit eher ungefähren Mengenangaben. Auch Kohortenstudien werden zunehmend auf der Basis von Lebensmittelgruppen und Ernährungsmustern ausgewertet. Dies macht Sinn, weil Ernährung und ihre Wirkung auf die Gesundheit immer die Summe vieler Nährstoffe über die Zeit sind.

In den letzten Jahren setzt sich zunehmend eine neue Ernährungskommunikation durch, die lebensmittel-basierte Empfehlungen beinhaltet. Diese Form soll es dem Verbraucher und Bürger leichter machen, eine gesunde Auswahl zu treffen. In einigen Ländern wie z.B. Holland wurden bereits lebensmittel-basierte Ernährungsempfehlungen eingeführt, andere Ländern sind gerade dabei. Auch eine Expertengruppe der DGE beschäftigt sich mit diesem Ansatz und wird demnächst eine Stellungnahme dazu veröffentlichen.

Die neuen „10 Regeln der DGE“ greifen diese Entwicklungen auf. Sie sind zum Einen in der Begrifflichkeit zeitgemäßer formuliert und zum Anderen praxisnäher und leichter umsetzbar. Im Vordergrund soll eine abwechslungsreiche Ernährung stehen, bei der pflanzliche Lebensmittel den Hauptteil ausmachen. Dabei werden vor allem Gemüse, Obst und Vollkornprodukte empfohlen. Milchprodukte und ggfs. Fisch sollen ausreichend enthalten sein, während der Verzehr von Fleisch und Wurstwaren auf 300 bis 600 Gramm pro Woche begrenzt bleiben soll. Es sollen überwiegend pflanzliche Öle einschließlich z.B. Rapsöl-basierter Streichfette eingesetzt werden. Zucker und Salz sollen sparsam konsumiert, zuckergesüßte Getränke und salzreiche Produkte möglichst gemieden werden. Stattdessen werden kalorienfreie Getränke wie Wasser und ungesüßte Tees empfohlen. Abschließend werden wie bisher eine schonende Zubereitung, Achtsamkeit und Genuss beim Essen sowie regelmäßige Bewegung und Gewichtskontrolle genannt. Weitere Erläuterungen finden sich unter www.dge.de/10regeln.

Die DGE verabschiedet sich damit von den bisherigen, von vielen als starr empfundenen Regeln und ermöglicht damit auch größere Flexibilität und Freiheitsgrade. Die Kernbotschaften bleiben aber im Wesentlichen unverändert. Die neuen Regeln sind damit auch kein Freibrief für einseitige Empfehlungen, die in Deutschland weiterhin populär sind und gerne von mehr oder weniger selbsternannten „Ernährungsexperten“, meist ohne Kenntnis und Berücksichtigung der wissenschaftlichen Literatur propagiert werden. Dennoch: manche Kritik an der als dogmatisch empfundenen Haltung der DGE war durchaus berechtigt und es ist daher erfreulich, dass die DGE seit einiger Zeit eine offenere Diskussion und Kommunikation pflegt.

Prof. Dr. H. Hauner
Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährung der Technischen Universität München
eMail: Hans.hauner@tum.de
Mitglied im Beirat der Deutschen Adipositas-Gesellschaft
Sprecher des Kompetenznetz Adipositas


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