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Mitteilungen 2016-2019



erstellt am: 06.11.2017

Politische Forderungen der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V.


Was sollte die Politik im Kampf gegen Adipositas tun?

Adipositas zählt auch aufgrund Ihrer Häufigkeit (ca. 24% der Bevölkerung in Deutschland) zu den wesentlichen Gesundheitsproblemen unserer Zeit. Durch Adipositas erhöht sich das Risiko für die großen Volkskrankheiten Typ 2 Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats, psychische Erkrankungen und bestimmte Krebserkrankungen, die letztendlich zu einer verringerten Lebens-erwartung der Betroffenen beitragen. Obwohl Adipositas vermeidbar und behandelbar ist, gibt es kaum langfristig wirksame Therapie- und Präventionskonzepte.

Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V. fordert deshalb:

  • Die strukturierte und regelhafte Einbindung unserer Fachgesellschaft in die gesundheits- und wissenschaftspolitischen Entscheidungsprozesse zum Thema Adipositas
  • Einen nationalen Aktionsplan Adipositas
  • Strukturierte und überprüfbare Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Adipositas
  • Umsetzung von Maßnahmen zur Verhältnisprävention, entsprechend auch der Forderungen von DANK und der DDG sowie diabetesDE-Deutsche Diabetes-Hilfe
  • die Stärkung der Adipositasforschung in Deutschland
  • Einen Bundesbeauftragten für Adipositas und Prävention
Einbindung unserer Fachgesellschaft in die politischen Entscheidungsprozesse zum Thema Adipositas

Die DAG sieht es als ihre Verantwortung an, relevante Erkenntnisse aus Wissenschaft und Patientenversorgung zu Adipositas regelmäßig in gesundheits- und wissenschaftspolitische Prozesse einzubringen. Der Gesetzgeber und die Organe der Selbstverwaltung haben wissenschaftliche Fachgesellschaften bislang jedoch nicht legitimiert, Fragen der öffentlichen Gesundheit aktiv mitzugestalten.
Wir fordern die Einbindung unserer Fachgesellschaft, die alle auf dem Gebiet der Adipositas tätigen Expertinnen und Experten zusammenzubringt, in die politischen Entscheidungsprozesse zum Thema Adipositas, um damit einen Beitrag zur Gesundheitsförderung in der deutschen Bevölkerung zu leisten.

Nationaler Aktionsplan Adipositas

Alle Anstrengungen der Vergangenheit, die „Adipositas-Epidemie“ zu stoppen, haben sich bisher als unwirksam erwiesen. Adipositas und deren Folgeerkrankungen schreiten mit dramatischen persönlichen, sozialen und gesundheitsökonomischen Folgen für den Einzelnen und die Gesamtgesellschaft weiter voran. Deshalb gibt es hier ein großes Potential zur Reduktion des individuellen Leids und zur Senkung von Gesundheitskosten verursacht durch Adipositas-Folgekrankheiten Wir fordern deshalb zur nachhaltigen und sozial gerechten Lösung dieses Problems einen Wandel von der Verhaltens- zur Verhältnisprävention. Dies könnte zum Beispiel durch eine Mehrwertsteuerbefreiung für gesunde Lebensmittel bei gleichzeitiger Anhebung des Mehrwertsteuer-satzes für ungesunde engergiedichte, „adipogene“ Lebensmittel erleichtert werden.

Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Adipositas

Wir verstehen Adipositas als eine chronische Krankheit, die zu schwerwiegenden Begleit- und Folgeerkrankungen führt und mit einer Einschränkung der Lebensqualität und Verkürzung der Lebenszeit verbunden ist. Adipositas belastet die betroffenen Menschen, aber auch die Volkswirtschaft erheblich. Allerdings gibt es bisher kein einheitliches Versorgungsmodell zur Behandlung von Menschen mit Adipositas.
Wir fordern deshalb Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Adipositas, die eine gezielte (und sektorenübergreifende) Steuerung der Patienten, die Einbindung nicht-ärztlicher Gesundheits-berufe sowie die Sicherstellung einer langfristigen Betreuung der Patienten zum Ziel haben müssen.

Stärkung der Adipositasforschung in Deutschland

In den letzten Jahren wurden durch gezielte Fördermaßnahmen bereits wichtige Grundlagen für die Verbesserung der Adipositasforschung in Deutschland gelegt. Trotzdem bleiben die vielfältigen Herausforderungen und offenen Fragen im Zusammenhang mit der Prävention, den ursächlichen Mechanismen, einer effektiven Therapie der Adipositas, aber auch der Stigmatisierung von Menschen mit Adipositas bestehen. Wir sehen als wesentlichen Grund für die häufig langfristig erfolglosen Therapieversuche ein unzureichendes Verständnis der genauen Mechanismen der Adipositas-Entstehung und damit ein Fehlen Ursachen-basierter Therapiestrategien.
Wir fordern deshalb den weiteren Ausbau der translationalen Forschung, den schnelleren Transfer von wissenschaftlicher Erkenntnis in die Patientenversorgung sowie die Stärkung von Lehre und klinischer Ausbildung zu Adipositas und deren Folgeerkrankungen an universitären und außer-universitären Einrichtungen.

Bundesbeauftragter für Adipositas und Prävention

Die politischen Forderungen der DAG betreffen viele verschiedene Ministerien, Entscheidungsträger und Akteure in unterschiedlichen gesellschaftlichen Strukturen. Das führt häufig zu Informationsverlust und Hürden in der Kommunikation, die eine Verbesserung der Prävention und Versorgungssituation von Adipositas behindern.
Wir fordern daher einen Bundesbeauftragten für Adipositas und Prävention.

Prof. Dr. med. Matthias Blüher
Präsident
Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V.


Zur Erläuterung:
Die politischen Forderungen der DAG wurden Anfang November 2017 im Vorfeld der Koalitionsverhandlungen an Schlüsselpositionen der Parteien im Bundestag, an Abgeordnete des Deutschen Bundestages mit Schwerpunkt Gesundheitspolitik und an die Hausspitzen der Ministerien für Gesundheit sowie Landwirtschaft und Ernährung gesandt.
Unser Ziel ist die Wahrnehmung der Adipositas als politisches Handlungsfeld bei den politisch Verantwortlichen. Das Optimum wäre eine Nennung im Koalitionsvertrag – dies käme einem Auftrag gleich, das Thema Asdipositas in der neuen Legislaturperiode auf die politische Agenda zu setzen.


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