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Pressemitteilungen 2018



erstellt am: 05.12.2018

Nationale Reduktionsstrategie

„Volle Kraft voraus“ mit nebulösen Zielmarken – DAG fordert Halbierung des Zuckergehalts in Softdrinks und Kinderwerbeverbot für adipogene Lebensmittel

München, den 5. Dezember 2018 Der letzte Woche vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) veröffentlichte Entwurf für eine Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie hält bislang nicht, was Julia Klöckner für Ende des Jahres versprochen hatte: konkrete Zielwerte für die Reduktion von Zucker, Salz und Fett bis zum Jahr 2025 in Fertignahrungsmitteln. „Die Lebensmittelwirtschaft spielt auf Zeit und zieht Ministerin Klöckner über den (Runden) Tisch. Das ist nicht akzeptabel, war aber beim gewählten Selbstverpflichtungsansatz zu erwarten“, so DAG-Past Präsident und Tagungspräsident 2020 Professor Dr. med. Matthias Blüher. Damit rückt das erklärte Ziel der Reduktionsstrategie, die Förderung einer gesunden Lebensweise, eine Senkung des Anteils von Menschen mit Übergewicht und Adipositas in der Bevölkerung und eine Verringerung von Krankheiten, die durch Ernährung mitbedingt werden, einmal mehr in weite Ferne. „Es ist unrealistisch zu erwarten, dass die benannten Ziele durch singuläre Maßnahmen, wie eine auf Fertigprodukte beschränkte Reduktionsstrategie auf freiwilliger Basis und größtenteils unkonkret bleibende „weitere Maßnahmen“ zu erreichen wären. Eine umfassende Reduktionsstrategie und die für 2019 angekündigte Auswahl einer besser verständlichen Nährwertkennzeichnung auf der Verpackungsvorderseite gemäß Koalitionsvertrag können jedoch sinnvolle Bausteine eines bislang fehlenden, übergeordneten nationalen Adipositasplans sein“, erläutert Adipositasexperte Blüher.

Im vom BMEL vorgegebenen, engen Handlungsrahmen hat sich die DAG dennoch nach besten Kräften bemüht, ein Höchstmaß an Veränderungsdynamik im Sinne eines Erfolgs der Reduktionsstrategie zu ermöglichen und dementsprechend beraten.

5 Forderungen der DAG zum vorliegenden Entwurf:

  1. Die Anbieter müssen jetzt Roß und Reiter nennen. Bei Softdrinks fordern wir konkret eine Halbierung des Zuckergehaltes. Die Briten haben gezeigt, dass das innerhalb von ein bis zwei Jahren umsetzbar ist - daran müssen sich auch die deutschen Anbieter messen lassen.
  2. Es sollte sichergestellt werden, dass substantielle Quellen für den Verzehr der kritischen Nährstoffe Fett, Salz, Zucker in das Monitoring eingeschlossen und in der Reduktionsstrategie adressiert werden (z.B. Außer-Haus-Verzehr, Süßigkeiten).
  3. Ein Zeitpunkt für eine mögliche Nachsteuerung bei „under-performance“ der Anbieter sollte festgesetzt werden. Vorgeschlagen wird die Halbzeit der Legislaturperiode (Ende 2019).
  4. Notwendig ist ein Verbot von an Kinder und Jugendliche gerichteter Werbung für übergewichtfördernde Produkte. An Kinder gerichtete Produktwerbung sollte nur für Produkte möglich sein, die dem Nährstoffprofil der WHO Europe entsprechen.
  5. In Lebenswelten von Kindern muss die gelebte Umsetzung einer gesunden Verpflegung vorrangig sein, das ist die verbindliche Umsetzung der DGE-Qualitätskriterien in Kitas und Schulen. „Aufklärungsmaßnahmen“ der Industrie haben in Kitas und an Schulen nichts zu suchen.
Die Stellungnahme der DAG zur Reduktionsstrategie finden Sie hier:
https://adipositas-gesellschaft.de/fileadmin/PDF/Presse/DAG-Stellungnahme_Reduktionsstrategie_Dez_2018.pdf


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