Prävalenz der Adipositas im Erwachsenenalter

Übergewicht und Adipositas in Deutschland

In Deutschland ist die Mehrheit der Erwachsenen von Übergewicht betroffen. Aktuellen Erhebungen zufolge sind rund 61 % der Männer und 38 % der Frauen übergewichtig (BMI ≥ 25 kg/m²). Der Anteil stark übergewichtiger (adipöser; BMI ≥ 30 kg/m²) Menschen verzeichnet in den letzten zwei Dekaden jedoch einen kontinuierlichen Zuwachs, insbesondere im jungen Erwachsenenalter.

Umfassende Trendanalysen des Robert Koch-Instituts zeigen, dass die zeitliche Entwicklung der Adipositasprävalenz bei Erwachsenen von 12,2 % (2003) auf 19,7 % (2023) geklettert ist (nachzulesen im RKI Journal of Health Monitoring 1/2025 sowie im zugehörigen GisDaten-Bericht (Starker et al., 2025)). Die Betroffenheit ist dabei stark vom sozioökonomischen Status geprägt: Menschen mit niedrigerem Bildungsstand weisen mit 28,7 % eine fast doppelt so hohe Adipositasrate auf wie Menschen aus höheren Bildungsschichten.

Übergewicht und Adipositas weltweit

Laut dem aktuellen globalen OECD-Bericht „Health at a Glance 2025“ hat Übergewicht das Ausmaß einer globalen Volkskrankheit erreicht. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (54 %) in den OECD-Staaten ist übergewichtig oder adipös. Fast jeder vierte Erwachsene (24 %) ist nach gemessenen oder selbstberichteten Werten direkt von Adipositas betroffen. Diese Entwicklung verursacht immense ökonomische Schäden: Historische OECD-Wirtschaftsberichte wie The Heavy Burden of Obesity verdeutlichen zudem, dass die Mitgliedsstaaten im Schnitt 8,4 % ihres gesamten Gesundheitsbudgets für die Behandlung von Adipositas-Folgeerkrankungen aufwenden müssen.

The Heavy Burden of Obesity – The Economics of Prevention

In einer Studie aus dem Jahre 2019 „The Heavy Burden of Obesity – The Economics of Prevention“ kommt die OECD zu dem Schluss, dass zwischen 2010 und 2016 der Anteil der Erwachsenen mit Adipositas in den OECD Ländern von 21 auf 24 Prozent gestiegen ist – ein Zuwachs von 50 Millionen.

Weitere Zeitreihen zeigen folgende Entwicklungen:

Der Anteil adipöser Erwachsener stieg von 12,2 % (2003/2004) auf 19,7 % (2023) (Frauen: 12,0 % (2003/2004) → 18,2 % (2023); Männer: 12,4 % (2003/2004) → 21,2 % (2023))

Bei jungen Erwachsenen (18–29 Jahre) stieg der Anteil von 3,4 % auf 11,3 %.

In der Altersgruppe 30–44 Jahre erhöhte sich die Adipositasrate von 9,2 % auf 19,2 %.

Menschen mit niedriger Bildung: von 16,0 % (2003/2004) auf 28,7 % (2023).

Kinder & Jugendliche (3–17 Jahre, KiGGS 2014–2017): 15,4 % übergewichtig (inkl. Adipositas), davon 5,9 % adipös.

Quellen: Starker et al. (2025); Schienkiewitz et al. (2018)

Hier finden Sie Informationen der WHO zum Thema Übergewicht und Adipositas:
https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/obesity-and-overweight

Hier finden Sie Informationen der WOF (World Obesity Federation) zum Thema Übergewicht und Adipositas: https://www.worldobesity.org/about/about-obesity.

Bei der World Obesity Federation, die mehr als 50 nationale Gesellschaften repräsentiert, finden Sie das Statement, dass Adipositas eine chronische Krankheit ist: http://s3-eu-west-1.amazonaws.com/wof-files/NCD18_Useful_Information_.pdf.

Prävalenz der Adipositas im Kinder- und Jugendalter

Übergewicht und Adipositas in Deutschland

Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas hat in Deutschland zwischen der ersten und zweiten KiGGS-Auswertungswelle zwar nicht weiter zugenommen, befindet sich aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau: Laut der aktuellen Daten der KiGGS-Studie aus der zweiten Auswertungswelle sind auch weiterhin 15,4 % der untersuchten Kinder und Jugendlichen übergewichtig und 5,9 % adipös.

Detaillierte Ergebnisse finden Sie unter: www.KiGGS.de bzw. www.rki.de

Sozioökonomische Schicht der Eltern

Eine weitere Analyse der Daten aus der  KiGGS- Studie hat ergeben, dass Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus in Deutschland weitaus häufiger von Adipositas betroffen sind als Kinder aus sozial höher gestellten Familien. In der Gruppe der 14 bis 17-Jährigen liegt die Häufigkeit von Adipositas bei der Gruppe aus sozial benachteiligten Familien mit 14 Prozent fast dreimal so hoch wie in Familien mit hohem Sozialstatus.

  • Kinder & Jugendliche (3–17 Jahre, KiGGS 2014–2017):
    • Übergewicht: bei niedrigem SES Mädchen 27,0 %, Jungen 24,2 %; bei hohem SES Mädchen 6,5 %, Jungen 8,9 %.
    • Adipositas: bei niedrigem SES Mädchen 8,1 %, Jungen 11,4 %; bei hohem SES Mädchen 2,0 %, Jungen 2,6 %.
  • Pandemieeffekte (2020–2021): Kinder aus einkommensschwachen Familien waren doppelt so häufig von ungesunder Gewichtszunahme betroffen (23 %) wie Kinder aus einkommensstarken Familien (12 %)
  • Quellen: Starker et al. (2025); Schienkiewitz et al. (2018); DAG/forsa (2021)

Normalisierung nach Corona: Der akute Pandemie-Peak (2021) mit Höchstwerten bei den Schuleingangsuntersuchungen ist erfreulicherweise abgeflacht. Bis zum Erhebungsjahr 2024 sank die Übergewichtsrate bei der Einschulung wieder und bewegte sich im langfristigen Korridor zwischen 8,6 % (Übergewicht) und 3,7 % (Adipositas). Alle Details hierzu finden Sie in der RKI-Pressemitteilung vom 15.07.2026 sowie im vollständigen Fachbericht zum Vorschulalter im Journal of Health Monitoring (07/2026)

Sozialräumlicher Einfluss: Die neue RKI-Auswertung belegt erstmals direkt den starken Einfluss des Wohnortes. Je höher die sozioökonomische Benachteiligung eines Landkreises ist, desto häufiger treten Übergewicht und Adipositas bei den dortigen Vorschulkindern auf

Migrationshintergrund

Das RKI hat die Daten der KiGGS Studie in einem gesonderten Bericht auch zur Frage der Prävalenz der Adipositas bei Familien mit Migrationshintergrund analysiert: So sind Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund überproportional häufig von Übergewicht betroffen. Allerdings trifft dies nicht für alle Migrantengruppen gleichermaßen zu. Am häufigsten sind Mädchen und Jungen aus der Türkei, Mädchen aus Mittel- und Südeuropa sowie Jungen aus Polen übergewichtig. Im Jugendalter scheint der Migrationshintergrund an Einfluss zu verlieren. 

Potenzielle Risikofaktoren wie Übergewicht der Eltern und hoher Medienkonsum bzw. geringe körperliche Aktivität als Ausdruck eines inaktiven Lebensstils sind bei Kindern mit Migrationshintergrund häufiger als bei Nicht-Migranten/innen. Bezüglich Ursachen, Komorbiditäten und Behandlungsmöglichkeiten der Adipositas im Kindes- und Jugendalter verweisen wir auf die aktuelle S3-Leitlinie.

Fachorgan Adipositas

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Positionspapiere und Stellungnahmen

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Medienleitfaden

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Die Stigmatisierung von Menschen mit Übergewicht stellt ein großes Problem dar. Unser Medienleitfaden Adipositas hilft Medienschaffenden dabei, sensibel und respektvoll zu berichten.
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Der Adipositas-Kongress 2026 findet vom 23.09.-25.09.2026 in Potsdam unter dem Motto "Prävention und Therapie Hand in Hand" statt