Kosten der Adipositas in Deutschland

Übergewicht und Adipositas sind Mitursache für viele Beschwerden und können die Entwicklung chronischer Krankheiten begünstigen. Durch diese Folgeerkrankungen entstehen beträchtliche Kosten für das gesundheits- und Sozialsystem. Übergewicht und Adipositas sind daher Themen von hoher Relevanz für das öffentliche Gesundheitssystem.

Die Kosten der Adipositas setzen sich aus direkten und indirekten Kosten zusammen.

Die direkten Kosten umfassen die Kosten der Adipositasbehandlung und der Behandlung der assoziierten Komorbiditäten.

Unter den indirekten Kosten werden die Kosten verstanden, die beispielsweise durch den Verlust von Lebensqualität, Produktivitätsverlust durch krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit oder durch vorzeitige Berentung hervorgerufen werden.

Laut Berechnungen der Universität Hamburg belaufen sich die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Adipositas in Deutschland, alle direkten und indirekten Kosten zusammengenommen, auf etwa 63 Milliarden Euro pro Jahr. Dabei machen die direkten Kosten etwa 29 Milliarden und die indirekten Kosten etwa 34 Milliarden Euro aus.

Der OECD Studie „The Heavy Burden of Obesity – The Economics of Prevention“ (2019) zufolge entfallen in den OECD-Ländern im Schnitt
8,4 Prozent der Gesundheitsausgaben auf die Behandlung von Krankheiten, die mit Adipositas in Zusammenhang stehen. In Deutschland liegt dieser Anteil mit 10,7 Prozent der Gesundheitsausgaben sogar weit darüber.

Dem Bericht zufolge verursacht Adipositas in den OECD-Ländern etwa 70 Prozent der Diabetes-Behandlungskosten, 23 Prozent der Behandlungskosten für Herzkreislauferkrankungen und 9 Prozent der Krebs-Behandlungskosten.

Literatur:

Effertz T, Engel S, Verheyen F, Linder R. The costs and consequences of obesity in Germany: a new approach from a prevalence and life-cycle perspective. Eur J Health Econ. 2016 Dec;17(9):1141-1158. doi: 10.1007/s10198-015-0751-4. Epub 2015 Dec 23. PMID: 26701837..

OECD (2019), The Heavy Burden of Obesity: The Economics of Preventionm OECD Health Policy Studies, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/67450d67-en.

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