Welt-Adipositas-Tag 2026: Prävention und Therapie Hand in Hand – Adipositas jetzt strukturiert bekämpfen für eine gesunde Zukunft

Berlin, 03. März 2026. Adipositas ist eine der drängendsten gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Rund ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland lebt mit Adipositas und bereits etwa 15% der Kinder und Jugendlichen gelten als übergewichtig oder adipös – mit steigenden Tendenzen. Anlässlich des Welt-Adipositas-Tages am 4. März mahnen die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) eindrücklich: Adipositas muss strukturiert angegangen und bekämpft werden, um eine gesunde Zukunft zu ermöglichen. Prävention und Therapie dürfen nicht getrennt gedacht werden, sondern gehen Hand in Hand.

Prof. Martin Wabitsch (Ulm), Sprecher und Vorstandsmitglied der AGA, führt aus: „Adipositas ist auch Ausdruck gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und entsteht in einem Umfeld, das ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel begünstigt. Wer es mit der Prävention ernst meint, muss strukturelle Rahmenbedingungen verändern. Wenn wir die Prävalenz senken wollen, müssen wir die Verhältnisse ändern. Daran wird kein Weg vorbeiführen. Wir brauchen verbindliche politische Maßnahmen statt unverbindlicher Appelle, gerade auch zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.“

Die DAG fordert daher im Bereich der Prävention

  • eine Neugestaltung der Lebensmittelbesteuerung („gesunde Mehrwertsteuer“)
  • die Einschränkung von Werbung für bestimmte Produktkategorien („ungesunde Lebensmittel“ wie zum Beispiel Süßgetränke) an Kinder und Jugendliche
  • verbindliche Empfehlungen zur Einschränkung des Konsums von Süßgetränken
  • den Ausbau von Sportangeboten (mit verpflichtendem regelmäßigem Schulsport (1h pro Tag))
  • Ausbau bzw. Nutzung von Digitalisierungsangeboten bei der Ernährungsschulung

Neben einer neuaufgestellten Präventionspolitik fordert die DAG ebenso, die Therapie der Adipositas zeitgemäß und den Erfordernissen entsprechend aufzustellen und umzusetzen:

Mit der Einführung des Disease-Management-Programms (DMP) Adipositas ist zwar ein wichtiger Schritt gelungen. Das DMP verankert erstmals eine leitlinienbasierte, multimodale Lebensstilintervention in der Regelversorgung – bestehend aus Ernährungsmedizin, Bewegungstherapie und Verhaltensmodifikation. Aber die konsequente Implementierung des DMPs lässt weiterhin auf sich warten. Prof. Matthias Laudes (Kiel), Präsident der DAG, führt hierzu aus: „Adipositas ist eine chronische Erkrankung. Sie braucht eine kontinuierliche, strukturierte Betreuung – keine Einzelmaßnahmen. Das DMP bietet hierfür den richtigen Rahmen. Jetzt müssen die Versorgungsstrukturen aber auch zügig aufgebaut und finanziell abgesichert werden.“

Neben der Basistherapie stehen mittlerweile darüber hinaus wirksame medikamentöse Optionen zur Verfügung, die – bei klarer Indikation – relevante Gewichtsreduktionen und Verbesserungen von Begleiterkrankungen ermöglichen. Für Menschen mit schwerer Adipositas kann zudem die metabolisch-bariatrische Chirurgie eine evidenzbasierte, lebensverändernde Therapie darstellen. All diese Möglichkeiten gilt es bei Patient:innen im Kampf gegen die Adipositas passgenau in der Behandlung zu berücksichtigen.

Entscheidend für den Erfolg ist die Einbettung in ein strukturiertes Gesamtkonzept. „Wir dürfen Prävention nicht gegen Therapie ausspielen. Wer Versorgungslücken offenlässt, produziert langfristig höhere Folgekosten durch Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Folgeerkrankungen und Komplikationen. Eine zukunftsfähige Gesundheitspolitik muss Prävention, strukturierte Versorgung und moderne Therapieoptionen konsequent zusammendenken“, appelliert Prof. Laudes.

Hintergrundinformationen:

Positionspapier der Deutschen Adipositas-Gesellschaft: „Bekämpfung der Adipositas muss zentrales gesundheitspolitisches Anliegen werden“

Wenn Sie mehr zum Themen Adipositas, Prävention und Therapie erfahren möchten:

Der diesjährige Adipositas-Kongress, organisiert von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, findet vom 23. bis 25. September in Potsdam statt. Unter dem MottoPrävention und Therapie Hand in Hand: Adipositas bekämpfen durch bewusste Ernährung und innovative Therapie für eine gesunde Zukunft“ sollen aktuelle Herausforderungen beleuchtet und neueste Einsichten in Präventionskonzepte und Therapiemöglichkeiten bei Adipositas präsentiert werden.

Mehr Informationen finden Sie unter https://dag-kongress.de/

Fachorgan Adipositas

Fachorgan Adipositas

Bleiben Sie mit der Fachzeitschrift Adipositas immer auf dem neusten Stand. Sie erscheint vier Mal jährlich. Für DAG-Mitglieder ist der Bezug kostenfrei.
Positionspapiere und Stellungnahmen

Positionspapiere und Stellungnahmen

Hier finden Sie Positionspapiere und Stellungnahmen der DAG zu verschiedenen Themen.
Medienleitfaden

Medienleitfaden

Die Stigmatisierung von Menschen mit Übergewicht stellt ein großes Problem dar. Unser Medienleitfaden Adipositas hilft Medienschaffenden dabei, sensibel und respektvoll zu berichten.
DAG Kongress 2026
Der Adipositas-Kongress 2026 findet vom 23.09.-25.09.2026 in Potsdam unter dem Motto "Prävention und Therapie Hand in Hand" statt